Der Helferkreis Kalkofen e.V. – Hilfe, die verbindet.
Im Sommer 2017 haben wir den Helferkreis Kalkofen e.V. gegründet, um die Lebenssituation sozial benachteiligter Menschen zu verbessern – vor allem in dem berüchtigten Kalkofenviertel und dem Kaiserslauterer Osten.
Bereits im zehnten Jahr unseres Engagements unterstützen wir Alte und Kranke, Einsame und Großfamilien, Einheimische und Angekommene aus aller Welt. Mit verschiedensten Spenden lindern wir Not, die es auch in unserem reichen Land gibt. Wegzuschauen ist für uns keine Option.
Rund 18 aktive Mitglieder, fast alle seit der Gründung dabei, engagieren sich ehrenamtlich für unseren Verein. Etwa 50 Fördermitglieder aus der Region unterstützen uns dabei. Wir sind gemeinnützig, solide organisiert und auf Spenden angewiesen. Mitgliedsbeiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar.
Unser Quartier. Unsere Nachbarn. Unsere Verantwortung.

Die Wohnsituation im Kalkofen war schon erbärmlich und teilweise ist sie es noch immer. Aber nach und nach renoviert die Stadt Kaiserslautern die heruntergekommenen Blöcke. Ein großer Neubau kam hinzu, und heute sieht das Viertel schon viel ordentlicher aus. Es ist noch viel zu tun, aber ein deutlicher Anfang ist gemacht.
Unsere Aufgabe sehen wir vor allem in der nachbarschaftlichen Begleitung und zugewandten Betreuung der Bewohner, die aus verschiedensten Gründen irgendwann am Leben gescheitert sind. Sie haben hier eine notdürftige Bleibe gefunden, gestrandet am Rande der Gesellschaft. Aber sie sind Bürger unserer Stadt, und sie sollen sich auch so fühlen dürfen.
Menschen, die so wohnen, die haben sich aufgegeben. Da gelingt es nur selten, mit helfenden Konzepten wieder Struktur in den Alltag zu bringen. So war es das wichtigste Ziel in den ersten Jahren, das Vertrauen der Bewohner zu gewinnen, und das hat uns einige Geduld abverlangt.
Wer auch immer unsere Hilfe braucht, egal wie er aussieht, egal woher er kommt und wohin er will – jeder Mensch wird von uns wertfrei und in seiner ganz persönlichen Würde akzeptiert. Manchmal genügt schon ein bisschen Zeit und die Bereitschaft, einfach zuzuhören. Wir haben verstanden, dass manche Päckchen schwerer zu tragen sind als andere, und es steht uns nicht zu, diese Päckchen zu bewerten. Wenn wir ein Stück des Weges mitgehen und tragen helfen können, dann ist es gut.


Die Sanierungen schreiten voran, aber die Armut bleibt. Und du musst auch nicht bis in die Schlichtwohnungen, die dem Schutz vor Obdachlosigkeit dienen, vordringen, um hilfsbedürftige Menschen zu treffen. Auch in ganz „normalen“ Wohnungen leben Menschen am Rande der Existenz und wagen sich kaum vor die Tür.
Der Einzugsbereich unseres Vereins ist der Kaiserslauterer Osten. Wir mussten vorsichtige Grenzen ziehen und akzeptieren, dass wir nicht „die Welt retten“ können.
Unsere Lebensmittelausgabe jeden Samstag ist inzwischen schon spektakulär. Nachbarn und Gäste erhalten kostenlos volle Einkaufstaschen, und manchmal können sie sie kaum schleppen. Wir kennen sie alle, wir wissen, was der eine mag und der andere nicht verträgt, kennen die Diabetiker und Allergiker, Zuckerschnuten und Salatschnecken, und wir teilen unsere gesammelten Waren entsprechend ein.
Aber das Wichtigste passt in keine Einkaufstasche: Gemeinschaft. Während sie warten, trinken unsere Gäste Kaffee oder Tee, im Sommer gibt es auch mal Eis für die Kinder, im Winter heißen Eintopf oder Milchreis. Die Gartenstühle wandern in den Hof, unter die Kastanie oder, wenn es kalt ist, unter warme Decken. Man begrüßt sich, plaudert, lacht und tauscht Neuigkeiten aus.
Alte, kranke und besonders schwache Menschen werden zuerst bedient. Alle anderen warten geduldig – oft in bester Gesellschaft. Denn hier begegnen sich Nachbarn, entstehen Kontakte und wächst das Gefühl, nicht allein zu sein.Zwischen drei und fünf Uhr trudeln unsere Gäste nach und nach ein. Wer bis fünf da ist, wird versorgt – auch wenn es für uns dann manchmal ein langer Samstag wird.
Was wir haben, was wir die Woche über herbeischaffen konnten, das teilen wir samstags mit unseren Nachbarn, Gästen, Freunden. Dafür steht der Helferkreis Kalkofen e.V.

